Wände Steine Erden – Fotografik von Michael Fischer

Ausstellung und Edition mit Fotografik von Michael Fischer

12. April 2017
Waende Steine Erden bild 6

Michael Fischer, 1945 in Erfurt geboren, studierte in Dresden Architektur. Er arbeitete als Stadtplaner in Jena und bis 2007 in Berlin. Seit den 1980er Jahren beschäftigt er sich mit Fotografie. Zunächst erkundete er die Giebel von Gebäuden, entdeckte fotografisch den Reiz des Zufälligen, Vergänglichen. Bis heute findet er seine Motive an willkürlich entstandenen, vergessenen, verbauten Wänden der Stadt. Gleichzeitig sucht er in weiten Landschaften, in Felsgebirgen, auf Geröll- und Bergbauhalden seine eigenwilligen, grafisch beeindruckenden Bilder, die intuitiv gewählte Ausschnitte von Gesamtansichten sind. Später fügt Fischer die einzelnen, unveränderten Fotografien in spielerischer Weise in Bildgruppen zueinander. Stets mit subjektiver Sicht auf die Dinge. Dabei entstehen erstaunliche Kompositionen gleichartiger oder unterschiedlicher Motive, immer wieder in neuen Varianten.

Ausstellung
„Wände Steine Erden“ – Fotografik von Michael Fischer. Großformatige Bildgruppen mit jeweils 9 Fotografien 30×40 cm. Wir bieten Konzept und Organisation, einschließlich Lieferung der Bilder und Hängung der Ausstellung, Vernissage, Werbung und Pressearbeit.

Edition
„Wände Steine Erden“ – Fotografik. Zum Kauf stehen sowohl die gesamte Bildgruppe wie auch jede Fotografie als Einzelbild (ca. 30×40 cm). Fine Art Print, hangsigniert.
Als Sonderangebot: Fine Art Print jeder Bildgruppe im Format 42 x 59,40 cm (DIN A2) für 240 €. Alle Preise ohne Rahmen. Zu Rahmung und Präsentation beraten wir Sie gern.

Kontakt
Dr. Christina Meinhardt, Fon: 030 4258411, Mobil: 0176 23268808, Mail: info@meinhardt-medien.de

Die Fotografiken der Ausstellung und Edition:

Einführung zu Ausstellung und Edition
Fernab aller Schnappschusszufälligkeit sehen wir Michael Fischers Arbeiten – Fotografien, deren Ursprungsort, also das Objekt der Darstellung, wir weder suchen wollen noch wahrscheinlich finden können. Ältere unter uns assoziieren bei Wände Steine Erden fast automatisch den vergangenen Namen einer Gewerkschaft, Bau Steine Erden, womit wir sofort wieder bei den Fotos sind, denn diese Wände sind immer zuerst gebaut worden.
Michael Fischers frühere Arbeiten – die schwarz-weißen Giebel, mit oft  interessanten Schattenzeichnungen, oder durch Abriss und Zerstörung hervorgetretene bauliche Elemente – waren von  Architektur inspiriert. Die hier angebotenen Bilder sind grundlos, ohne die Architektur absichtsvoll darzustellen, entstanden. Vergeblich bleibt die Suche nach der baulichen Herkunft der Wände, nach dem Gebäude, es ist schon die Suche nach Bildern, wie sie sind, oder wie sie zu finden sind, die uns hier vorgeführt wird. Gesucht hat die Bilder der Fotograf auf den Wänden. Hat verschiedene Abschnitte der Wand fotografiert und neun unterschiedliche Tafeln bewusst zueinander gestellt, montiert, und so ein neues Ganzes geschaffen, nicht aber die fotografierte Wand. Nicht zufällig und intuitiv sind die einzelnen Fotos entstanden und montiert worden. Der Zufall hat Fischer bestenfalls zur Entdeckung der Wand geführt, danach ist die bildnerische Absicht unverkennbar, der gestaltende Prozess deutlich. Der Rhythmus der Montage ist absichtsvoll gewählt, allerdings bleibt uns eine konkrete Absicht letztlich doch verborgen. Was wäre allerdings eine höhere Absicht des Künstlers, als die Schaffung eines Bildes?
Neu ist die Farbe in den Arbeiten. Sie kommt vorsichtig, aber absichtsvoll in die Bilder, schimmert, behauptet sich in Rottönen zurückhaltend, aber deutlich im Grau, das die reale Wand in Jahrzehnten überzog. Ganz anders in der Serie der roten Fassaden, deren einzelne Blätter nur wenig variieren und die eher geheimnisvoll konstruiert als fotografiert erscheinen. Haben die Fassaden noch etwas Vertrautes, Wiedererkennbares, so sind die Steine und Erden für den Betrachter völlig rätselhaft. Man muss sie sehen als das, was sie sind – Bilderfolgen, die das Auge erfreuen oder auch beunruhigen, an deren Entdeckung und Verrätselung Michael Fischer uns teilhaben lässt. Ohne den Entstehungsprozess auch nur anzudeuten.
Jedes einzelne Blatt für sich ist abgeschlossen. Jede Serie, seien es nun vier, acht oder zwölf Blätter, ist nach einer ihr eigenen Struktur kombiniert, die sich entdecken lässt. Michael Fischer beschreibt seine Arbeitsweise so: „Wenn andere einen Heuhaufen sehen, suche und fotografiere ich die Nadel auf dem Heuhaufen.“ Reinhard Kraetzer

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